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Welche Gitarre ist die beste für Anfänger? Ist es als Anfänger in Ordnung, eine Nummer günstiger zu wählen? Falls man doch wieder aufhört? Die Antwort lautet: Ganz klar! Doch: Das Aufhören wird sich schwierig gestalten, falls eine gut klingende Gitarre auf einem Ständer in der Ecke steht und den musischen Aspekt der Potentialität des Besitzers täglich herausfordert. Machen wir es kurz. Kaufe Dir eine Gitarre, die den Sweet Spot an Qualität und Kosten ausreizt. Drei Regeln dazu: Kaufe dir keine Gitarre unter 200 Euro. Kaufe dir keine Gitarre von unrenommierten Verkäufern im Netz (Fälschungsgefahr!) und kaufe dir keine Gitarre in einem “Set”. Übermäßige Verzierungen sollten vermieden werden, da man sonst die Optik kauft.

Yamaha FX370C Elektroakustische Gitarre

Ich weiß, man liest alles mögliche über Holzarten und wartet ewig, bevor es zum Kauf kommt. Yamaha ist der Goldstandard der gehobenen Mittelklasse an Gitarren. Die FX370C is mittelschwer und sehr gut verarbeitet. Sie kommt mit einem Tonabnehmer, dies ist heutzutage die Regel und nur von Vorteil. Es handelt sich um Fichtenholz in der Decke und Rosenholz im Griffbrett. Das Aufziehen der Saiten gestaltet sich sehr leicht, da es das übliche Einstecksystem ist. Man sollte die gelieferten Saiten in der Regel schnell wechseln, oblgleich die Yamaha Saiten nicht das Ende der Fahnenstange darstellen. Für 2-7 Jahre und Ausflüge ist die Yamaha FX370C die perfekte Einstiegsgitarre.

Yamaha FS 820 BL Westerngitarre

Die Yamaha FS 820 ist die edle Alternative zum obigen Allrounder. Auch die FS 820 hat eine Decke aus Fichte und Rosenholz im Griff, doch die Mechanik ist nochmal deutlich feiner, die Stegverarbeitung sauberer und das ganze Modell qualitativ ganzheitlicher und sehr viel hochwertiger im Material. Die Yamaha FS 820 kommt ohne Elektronik. Falls lieber zu Hause gespielt werden will und das Herz des Perfektionisten leben und wachsen soll, dann kann es das mit diesem Modell locker für 8-16 Jahre.

Nun musst du den ersten Schritt zur eigenen Gitarre lediglich tätigen. Ach ja, diese Saiten sind der Hammer und ein Ständer sollte lang sein. Falls du Songs deiner Lieblingskünstler nachspielen möchtest, ist unbeding ein Kapodaster zu empfehlen, da dieses unglaublich oft auf beispielsweise Ultimate Guitar eine Voraussetzung darstellt. Plektrums sind keinesfalls Pflicht, man betrachte Elliott Smith’s Schlagart.

Yamaha FX370C Elektroakustische Gitarre

Yamaha FS 820 BL Westerngitarre

Auf der Suche nach dem Clavinova Testsieger kommt man an der Standardmarke Yamaha nicht vorbei. Nachfolgend meine Erfahrungen mit den Clavinova, die ich aussuchen und längere Zeit testspielen durfte. Ich selbst nutze ein CLP-430, welches nicht mehr offiziell vertrieben wird, doch mit der CLP 6er Serie qualitative Nachfolger findet. Im folgenden Testbericht stellt sich auch ein Vergleich zwischen dem Clavinova CLP-635 und dem CLP-645 heraus. Abschließend beschreibe ich meine Erfahrung mit einer echten Alternative. Mehr dazu weiter unten.

Clavinova CLP-635 B

Das Clavinova CLP-635 ist ein Standard für sich. Es klingt durch Kopfhörer fantastisch und setzt den Kopfhörern selbst Maß an. Durch das Virtual Resonance Modeling/ Vollkörperresonanz wird der Klang schön synchron umgesetzt und realistisch “berechnet”. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern den guten Klang einfach hinnehmen. Der im physischen Klavier sonst vibrierende Klang wird auch technisch gut dargestellt, so dass man den Unterschied kaum merkt. Es ist ultrarealistisch. Die Tasten sind vom Schlage GH3X Action. Diese sind aus nicht aus Holz, doch das Design und das Gewicht der Tasten ist wirklich sehr schön für meinen Geschmack. Mit dem CLP-635 ist man gut beraten, falls es nicht die Oberklasse sein muss. Bei guter Pflege kann es eine preiswerte Investition fürs Leben darstellen. Das CLP-635 kommt mit jeweils zwei sauber versteckten 30-Watt Verstärkern und zwei 16cm Lautsprechern.

Clavinova CLP-645 B

Das Clavinova CLP-645 ist sogar noch realistischer vom Anschlag und der Tastatur her als das CLP-635. Das Natural Wood X Keyboard ist aus echtem Holz und wird perfekt verbaut geliefert. Das CLP-645 kommt ebenso mit Virtual Resonance Modeling/ Vollkörperresonanz und allen oben beschriebenen Vorzügen. Der Unterschied zwischen dem CLP-635 und dem CLP-645 sind die Bluetooth-Funktion, die beim 645er auf diesen Weg zusätzlich das Abspielen von Audiodateien ermöglicht und in Kombination mit Lern-Apps eine echte kleine Super-Multi-Station darstellt, um das Klavierspielen autonom zu erlernen. Gerade für Kinder ist dies ein echtes Plus. Doch auch das Innenleben gestaltet sich anders und besser: Das CLP-645 kommt mit jeweils zwei 25-Watt + 25-Watt Verstärkern und zwei 16 + 8cm Lautsprechern.

P-45B Sets

Das Yamaha P-45B Set Digitalpiano oder einfach nur P45 mit Stand ist eine günstige Alternative zu vorgenannten Clavinovas. Es ist geräumiger, deutlich weniger schwer und trotzdem qualitativ hochwertig. Es kommt mit einer Graded Hammer Standard (GHS) Tastatur aus Plastik. Der große Vorteil ist klar im Preis-Leistungsverhältnis, dem Gewicht und der Größe (passt in jedes Kinderzimmer) zu erkennen. Das Set ist sogar ein recht gutes, bei dem man mit durchschnittlichen Kopfhörern und einem anständigen Klavierhocker nochmals sparen und “reinschnuppern” kann. Die P-45er kommen mit jeweils zwei 6-Watt Verstärkern und zwei 12cm Lautsprechern.

Zusammenfassend ist die Wahl nach dem besten Clavinova einfach zu beantworten. Handelt es sich um eine Investition fürs Leben, sollte es ein unbedingt ein CLP sein. Muss das Kind ungestört klimpern können, ist zum P-45er Set zu greifen.

Clavinova CLP-635 B

Clavinova CLP-645 B

Clavinova P-45B Set

Dichterliebe ist ein Zyklus von 16 Liedern des Komponisten Robert Schumann, der mit seinem Opus 48 einen Höhepunkt des romantischen Kunstlieds schuf. Dichterliebe von Robert Schumann entstand 1840 zu Gedichten aus Heinrich Heines Lyrischem Intermezzo, einer Sammlung von 65 Gedichten, die 1823 in Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo, dann 1827 im Buch der Lieder erschienen waren. Von den 20 komponierten Liedern wurden 16 schließlich gedruckt.

1. Im wunderschönen Monat Mai

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen, Da ist in meinem Herzen Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen, Da hab’ ich ihr gestanden Mein Sehnen und Verlangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen, Da ist in meinem Herzen Die Liebe aufgegangen.
Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen, Da hab’ ich ihr gestanden Mein Sehnen und Verlangen.

2. Aus meinen Tränen spriessen

Aus meinen Tränen sprießen Viel blühende Blumen hervor, Und meine Seufzer werden
Ein Nachtigallenchor.

Und wenn du mich lieb hast, Kindchen, Schenk’ ich dir die Blumen all’,
Und vor deinem Fenster soll klingen Das Lied der Nachtigall.

3. Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne

Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne, Die liebt’ ich einst alle in Liebeswonne. Ich lieb’ sie nicht mehr, ich liebe alleine Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;

Sie selber, aller Liebe Wonne,
Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.
Ich liebe alleine
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine.

4. Wenn ich in deine Augen seh’

Wenn ich in deine Augen seh’,
So schwindet all’ mein Leid und Weh; Doch wenn ich küße deinen Mund, So werd’ ich ganz und gar gesund.

Wenn ich mich lehn’ an deine Brust, Kommt’s über mich wie Himmelslust; Doch wenn du sprichst: ich liebe dich! So muß ich weinen bitterlich.

5. Ich will meine Seele tauchen

Ich will meine Seele tauchen
In den Kelch der Lilie hinein; Die Lilie soll klingend hauchen Ein Lied von der Liebsten mein.

Das Lied soll schauern und beben Wie der Kuß von ihrem Mund,
Den sie mir einst gegeben
In wunderbar süßer Stund’.

6. Im Rhein, im schönen Strome

Im Rhein, im heiligen Strome, Da spiegelt sich in den Well’n Mit seinem großen Dome
Das große, heil’ge Köln.

Im Dom da steht ein Bildnis,
Auf goldnem Leder gemalt;
In meines Lebens Wildnis
Hat’s freundlich hineingestrahlt.

Es schweben Blumen und Eng’lein
Um unsre liebe Frau;
Die Augen, die Lippen, die Wänglein, Die gleichen der Liebsten genau.

7. Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht, Ewig verlornes Lieb! ich grolle nicht. Wie du auch strahlst in Diamantenpracht, Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.

Das weiß ich längst. Ich sah dich ja im Traum, und sah die Nacht in deines Herzens Raum,Und sah die Schlang, die dir am Herzen frißt, – Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.

8. Und wüßten’s die Blumen, die kleinen

Und wüßten’s die Blumen, die kleinen, Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen,
Zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten’s die Nachtigallen, Wie ich so traurig und krank, Sie ließen fröhlich erschallen Erquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe, Die goldenen Sternelein, Sie kämen aus ihrer Höhe, Und sprächen Trost mir ein.

Sie alle können’s nicht wissen, Nur eine kennt meinen Schmerz; Sie hat ja selbst zerrissen, Zerrissen mir das Herz.

9. Das ist ein Flöten und Geigen

Das ist ein Flöten und Geigen, Trompeten schmettern darein
Da tanzt wohl den Hochzeitreigen Die Herzallerliebste mein.

Das ist ein Klingen und Dröhnen, Ein Pauken und ein Schalmei’n; Dazwischen schluchzen und stöhnen Die lieblichen Engelein.

10. Hör’ ich das Liedchen klingen

Hör’ ich das Liedchen klingen, Das einst die Liebste sang,
So will mir die Brust zerspringen

Von wildem Schmerzendrang.
Es treibt mich ein dunkles Sehnen Hinauf zur Waldeshöh’,
Dort löst sich auf in Tränen
Mein übergroßes Weh’.

11. Ein Jüngling liebt ein Mädchen

Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt;
Der andre liebt eine andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen nimmt aus Ärger Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei.

12. Am leuchtenden Sommermorgen

Am leuchtenden Sommermorgen
Geh’ ich im Garten herum.
Es flüstern und sprechen die Blumen, Ich aber wandle stumm.
Es flüstern und sprechen die Blumen, Und schaun mitleidig mich an:
Sei unserer Schwester nicht böse,
Du trauriger blasser Mann.

13. Ich hab’ im Traum geweinet

Ich hab’ im Traum geweinet,
Mir träumte, du lägest im Grab. Ich wachte auf, und die Träne Floß noch von der Wange herab.

Ich hab’ im Traum geweinet,
Mir träumt’, du verließest mich. Ich wachte auf, und ich weinte Noch lange bitterlich.

Ich hab’ im Traum geweinet,
Mir träumte, du wär’st mir noch gut. Ich wachte auf, und noch immer Strömt meine Tränenflut.

14. Allnächtlich im Traume seh’ ich dich

Allnächtlich im Traume seh’ ich dich Und sehe dich freundlich grüßen,
Und laut aufweinend stürz’ ich mich Zu deinen süßen Füßen.

Du siehest mich an wehmütiglich
Und schüttelst das blonde Köpfchen; Aus deinen Augen schleichen sich Die Perlentränentröpfchen.

Du sagst mir heimlich ein leises Wort Und gibst mir den Strauß von Zypressen. Ich wache auf, und der Strauß ist fort, Und ‘s Wort hab’ ich vergessen.

15. Aus alten Märchen winkt es

Aus alten Märchen winkt es Hervor mit weißer Hand,
Da singt es und da klingt es Von einem Zauberland;

Wo bunte Blumen blühen
Im gold’nen Abendlicht,
Und lieblich duftend glühen, Mit bräutlichem Gesicht;

Und grüne Bäume singen Uralte Melodei’n,
Die Lüfte heimlich klingen, Und Vögel schmettern drein;

Und Nebelbilder steigen Wohl aus der Erd’ hervor, Und tanzen luft’gen Reigen Im wunderlichen Chor;

Und blaue Funken brennen An jedem Blatt und Reis, Und rote Lichter rennen Im irren, wirren Kreis;

Und laute Quellen brechen
Aus wildem Marmorstein.
Und seltsam in den Bächen Strahlt fort der Widerschein.

Ach, könnt’ ich dorthin kommen, Und dort mein Herz erfreu’n, Und aller Qual entnommen,
Und frei und selig sein!

Ach! jenes Land der Wonne, Das seh’ ich oft im Traum, Doch kommt die Morgensonne, Zerfließt’s wie eitel Schaum.

16. Die alten, bösen Lieder

Die alten, bösen Lieder,
Die Träume bös’ und arg,
Die laßt uns jetzt begraben, Holt einen großen Sarg.

Hinein leg’ ich gar manches, Doch sag’ ich noch nicht, was; Der Sarg muß sein noch größer, Wie’s Heidelberger Faß.

Und holt eine Totenbahre,
Und Bretter fest und dick; Auch muß sie sein noch länger, Als wie zu Mainz die Brück’.

Und holt mir auch zwölf Riesen, Die müssen noch stärker sein Als wie der starke Christoph
Im Dom zu Köln am Rhein.

Die sollen den Sarg forttragen, Und senken ins Meer hinab;
Denn solchem großen Sarge Gebührt ein großes Grab.

Wißt ihr, warum der Sarg wohl So groß und schwer mag sein? Ich senkt’ auch meine Liebe Und meinen Schmerz hinein.

Winterreise op. 89, D 911 ist ein Liederzyklus, bestehend aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier, den Franz Schubert im Herbst 1827, ein Jahr vor seinem Tod, komponierte. Der vollständige Titel der Winterreise von Franz Schubert lautet: Winterreise. Ein Cyclus von Liedern von Wilhelm Müller. Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte komponiert von Franz Schubert. Op. 89. Erste Abtheilung (Lied I–XII). Februar 1827. Zweite Abtheilung (Lied XIII–XXIV). October 1827.

1. Gute Nacht

Fremd bin ich eingezogen,
Fremd zieh’ ich wieder aus.
Der Mai war mir gewogen
Mit manchem Blumenstrauß.
Das Mädchen sprach von Liebe,
Die Mutter gar von Eh’, –
Nun ist die Welt so trübe,
Der Weg gehüllt in Schnee.Ich kann zu meiner Reisen
Nicht wählen mit der Zeit,
Muß selbst den Weg mir weisen
In dieser Dunkelheit.
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit,
Und auf den weißen Matten
Such’ ich des Wildes Tritt.Was soll ich länger weilen,
Daß man mich trieb hinaus?
Laß irre Hunde heulen
Vor ihres Herren Haus;
Die Liebe liebt das Wandern –
Gott hat sie so gemacht –
Von einem zu dem andern.
Fein Liebchen, gute Nacht!Will dich im Traum nicht stören,
Wär schad’ um deine Ruh’,
Sollst meinen Tritt nicht hören –
Sacht, sacht die Türe zu!
Ich schreibe nur im Gehen
An’s Tor noch gute Nacht,
Damit du mögest sehen,
An dich hab’ ich gedacht.

2. Die Wetterfahne

Der Wind spielt mit der Wetterfahne
auf meines schönen Liebchens Haus.
Da dacht ich schon in meinem Wahne,
sie pfiff den armen Flüchtling aus.Er hätt’ es ehr bemerken sollen,
des Hauses aufgestecktes Schild,
so hätt’ er nimmer suchen wollen
im Haus ein treues Frauenbild.Der Wind spielt drinnen mit den Herzen
wie auf dem Dach, nur nicht so laut.
Was fragen sie nach meinen Schmerzen?
Ihr Kind ist eine reiche Braut.

3. Gefror’ne Tränen

Gefror’ne Tränen fallen
von meinen Wangen ab:
Ob es mir denn entgangen,
daß ich geweinet hab’?Ei Tränen, meine Tränen,
und seid ihr gar so lau,
daß ihr erstarrt zu Eise
wie kühler Morgentau?Und dringt doch aus der Quelle
der Brust so glühend heiß,
als wolltet ihr zerschmelzen
des ganzen Winters Eis!

4. Erstarrung

Ich such’ im Schnee vergebens
nach ihrer Tritte Spur,
wo sie an meinem Arme
durchstrich die grüne Flur.Ich will den Boden küssen,
durchdringen Eis und Schnee
mit meinen heißen Tränen,
bis ich die Erde seh’.Wo find’ ich eine Blüte,
wo find’ ich grünes Gras?
Die Blumen sind erstorben
der Rasen sieht so blaß.Soll denn kein Angedenken
ich nehmen mit von hier?
Wenn meine Schmerzen schweigen,
wer sagt mir dann von ihr?Mein Herz ist wie erfroren,
kalt starrt ihr Bild darin:
Schmilzt je das Herz mir wieder
fließt auch das Bild dahin.

5. Der Lindenbaum

Brunnen vor dem Tore,
da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt in seinem Schatten
so manchen süßen Traum.Ich schnitt in seine Rinde
so manches liebe Wort;
es zog in Freud’ und Leide
zu ihm mich immer fort.Ich mußt’ auch heute wandern
vorbei in tiefer Nacht,
da hab’ ich noch im Dunkel
die Augen zugemacht.Und seine Zweige rauschten,
als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
hier find’st du deine Ruh’!Die kalten Winde bliesen
mir grad ins Angesicht;
der Hut flog mir vom Kopfe,
ich wendete mich nicht.Nun bin ich manche Stunde
entfernt von jenem Ort,
und immer hör’ ich’s rauschen:
Du fändest Ruhe dort!

6. Wasserflut

Manche Trän’ aus meinen Augen ist gefallen in den Schnee;
seine kalten Flocken saugen
durstig ein das heiße Weh.Wenn die Gräser sprossen wollen
weht daher ein lauer Wind,
und das Eis zerspringt in Schollen
und der weiche Schnee zerrinnt.Schnee, du weißt von meinem Sehnen,
Sag’ mir, wohin doch geht dein Lauf?
Folge nach nur meinen Tränen,
nimmt dich bald das Bächlein auf.Wirst mit ihm die Stadt durchziehen,
munt’re Straßen ein und aus;
Fühlst du meine Tränen glühen,
da ist meiner Liebsten Haus.

Manche Trän’ aus meinen Augen ist gefallen in den Schnee;
seine kalten Flocken saugen
durstig ein das heiße Weh.Wenn die Gräser sprossen wollen
weht daher ein lauer Wind,
und das Eis zerspringt in Schollen
und der weiche Schnee zerrinnt.Schnee, du weißt von meinem Sehnen,
Sag’ mir, wohin doch geht dein Lauf?
Folge nach nur meinen Tränen,
nimmt dich bald das Bächlein auf.Wirst mit ihm die Stadt durchziehen,
munt’re Straßen ein und aus;
Fühlst du meine Tränen glühen,
da ist meiner Liebsten Haus.

7. Auf dem Flusse

Der du so lustig rauschtest,
du heller, wilder Fluß,
wie still bist du geworden,
gibst keinen Scheidegruß.Mit harter, starrer Rinde
hast du dich überdeckt,
liegst kalt und unbeweglich
im Sande ausgestreckt.In deine Decke grab’ ich
mit einem spitzen Stein
den Namen meiner Liebsten
und Stund und Tag hinein:Den Tag des ersten Grußes,
den Tag, an dem ich ging;
um Nam’ und Zahlen windet
Sich ein zerbrochner Ring.Mein Herz, in diesem Bache
erkennst du nun dein Bild?
Ob’s unter seiner Rinde
Wohl auch so reißend schwillt?

8. Rückblick

Es brennt mir unter beiden Sohlen,
Tret’ ich auch schon auf Eis und Schnee,
Ich möcht’ nicht wieder Atem holen,
Bis ich nicht mehr die Türme seh’.Hab’ mich an jeden Stein gestoßen,
so eilt’ ich zu der Stadt hinaus;
die Krähen warfen Bäll’ und Schloßen
auf meinen Hut von jedem Haus.Wie anders hast du mich empfangen,
du Stadt der Unbeständigkeit!
An deinen blanken Fenstern sangen
die Lerch’ und Nachtigall im Streit.Die runden Lindenbäume blühten,
die klaren Rinnen rauschten hell,
und ach, zwei Mädchenaugen glühten. –
Da war’s gescheh’n um dich, Gesell’!Kömmt mir der Tag in die Gedanken,
möcht’ ich noch einmal rückwärts seh’n,
möcht’ ich zurücke wieder wanken,
vor ihrem Hause stille steh’n.

9. Irrlicht

In die tiefsten Felsengründe
lockte mich ein Irrlicht hin:
Wie ich einen Ausgang finde,
liegt nicht schwer mir in dem Sinn.Bin gewohnt das Irregehen,
‘s führt ja jeder Weg zum Ziel:
Unsre Freuden, unsre Wehen,
alles eines Irrlichts Spiel!Durch des Bergstroms trock’ne Rinnen
wind’ ich ruhig mich hinab,
jeder Strom wird’s Meer gewinnen,
jedes Leiden auch ein Grab.

10. Rast

Nun merk’ ich erst, wie müd’ ich bin,
da ich zur Ruh’ mich lege:
das Wandern hielt mich munter hin
auf unwirtbarem Wege.Die Füße frugen nicht nach Rast,
es war zu kalt zum Stehen;
der Rücken fühlte keine Last,
der Sturm half fort mich wehen.In eines Köhlers engem Haus
hab’ Obdach ich gefunden;
doch meine Glieder ruh’n nicht aus:
So brennen ihre Wunden.Auch du, mein Herz, in Kampf und Sturm
so wild und so verwegen,
fühlst in der Still’ erst deinen Wurm
mit heißem Stich sich regen!

11. Frühlingstraum

Ich träumte von bunten Blumen,
So wie sie wohl blühen im Mai;
Ich träumte von grünen Wiesen,
Von lustigem Vogelgeschrei.Und als die Hähne krähten,
Da ward mein Auge wach;
Da war es kalt und finster,
Es schrieen die Raben vom Dach.Doch an den Fensterscheiben,
Wer malte die Blätter da?
Ihr lacht wohl über den Träumer,
Der Blumen im Winter sah?Ich träumte von Lieb’ um Liebe,
Von einer schönen Maid,
Von Herzen und von Küssen,
Von Wonn’ und Seligkeit.Und als die Hähne kräten,
Da ward mein Herze wach;
Nun sitz ich hier alleine
Und denke dem Traume nach.Die Augen schließ’ ich wieder,
Noch schlägt das Herz so warm.
Wann grünt ihr Blätter am Fenster?
Wann halt’ ich mein Liebchen im Arm? I dreamed of bright flowers
such as blossom in May;
I dreamed of green meadows
and the calling of birds.

12. Einsamkeit

Wie eine trübe Wolke
durch heit’re Lüfte geht,
wenn in der Tanne Wipfel
ein mattes Lüftchen weht:So zieh ich meine Straße
dahin mit trägem Fuß,
durch helles, frohes Leben,
einsam und ohne Gruß.Ach, daß die Luft so ruhig!
Ach, daß die Welt so licht!
Als noch die Stürme tobten,
war ich so elend nicht.

13. Die Post

Von der Straße her ein Posthorn klingt.
Was hat es, daß es so hoch aufspringt,
mein Herz?Die Post bringt keinen Brief für dich.
Was drängst du denn so wunderlich,
mein Herz?Nun ja, die Post kömmt aus der Stadt,
wo ich ein liebes Liebchen hatt’,
mein Herz!Willst wohl einmal hinüberseh’n
und fragen, wie es dort mag geh’n,
mein Herz?

14. Der greise Kopf

Der Reif hatt’ einen weißen Schein
mir übers Haar gestreuet;
da glaubt’ ich schon ein Greis zu sein
Und hab’ mich sehr gefreuet.Doch bald ist er hinweggetaut,
hab’ wieder schwarze Haare,
daß mir’s vor meiner Jugend graut –
wie weit noch bis zur Bahre!Vom Abendrot zum Morgenlicht
ward mancher Kopf zum Greise.
Wer glaubt’s? und meiner ward es nicht
auf dieser ganzen Reise!

15. Die Krähe

Eine Krähe war mit mir
Aus der Stadt gezogen,
Ist bis heute für und für
Um mein Haupt geflogen.Krähe, wunderliches Tier,
Willst mich nicht verlassen?
Meinst wohl, bald als Beute hier
Meinen Leib zu fassen?Nun, es wird nicht weit mehr geh’n
An dem Wanderstabe.
Krähe, laß mich endlich seh’n,
Treue bis zum Grabe!

16. Letzte Hoffnung

Hie und da ist an den Bäumen manches bunte Blatt zu seh’n,
und ich bleibe vor den Bäumen
oftmals in Gedanken steh’n.Schaue nach dem einen Blatte,
hänge meine Hoffnung dran;
spielt der Wind mit meinem Blatte,
zittr’ ich, was ich zittern kann.Ach, und fällt das Blatt zu Boden,
fällt mit ihm die Hoffnung ab;
fall’ ich selber mit zu Boden,
wein’ auf meiner Hoffnung Grab.

17. Im Dorfe

Es bellen die Hunde, es rascheln die Ketten;
es schlafen die Menschen in ihren Betten,
träumen sich manches, was sie nicht haben,
tun sich im Guten und Argen erlaben:Und morgen früh ist alles zerflossen.
Je nun, sie haben ihr Teil genossen
und hoffen, was sie noch übrig ließen,
doch wieder zu finden auf ihren Kissen.Bellt mich nur fort, ihr wachen Hunde,
laßt mich nicht ruh’n in der Schlummerstunde!
Ich bin zu Ende mit allen Träumen—
was will ich unter den Schläfern säumen?

18. Der stümische Morgen

Wie hat der Sturm zerrissen
des Himmels graues Kleid!
Die Wolkenfetzen flattern
umher im matten Streit.
Und rote Feuerflammen
zieh’n zwischen ihnen hin;
Das nenn’ ich einen Morgen
so recht nach meinem Sinn!
Mein Herz sieht an dem Himmel
gemalt sein eig’nes Bild –
es ist nichts als der Winter,
der Winter, kalt und wild!

19. Täuschung

Ein Licht tanzt freundlich vor mir her,
ich folg’ ihm nach die Kreuz und Quer;
ich folg’ ihm gern und seh’s ihm an,
daß es verlockt den Wandersmann.
Ach! wer wie ich so elend ist,
gibt gern sich hin der bunten List,
die hinter Eis und Nacht und Graus
ihm weist ein helles, warmes Haus.
und eine liebe Seele drin –
nur Täuschung ist für mich Gewinn!

20. Der Wegweiser

Was vermeid’ ich denn die Wege,
wo die ander’n Wand’rer gehn,
suche mir versteckte Stege
durch verschneite Felsenhöh’n?Habe ja doch nichts begangen,
daß ich Menschen sollte scheu’n, –
welch ein törichtes Verlangen
treibt mich in die Wüstenei’n?Weiser stehen auf den Strassen,
weisen auf die Städte zu,
und ich wand’re sonder Maßen
ohne Ruh’ und suche Ruh’.Einen Weiser seh’ ich stehen
unverrückt vor meinem Blick;
eine Straße muß ich gehen,
die noch keiner ging zurück.

21. Das Wirtshaus

Auf einen Totenacker
hat mich mein Weg gebracht;
Allhier will ich einkehren,
hab’ ich bei mir gedacht.Ihr grünen Totenkränze
könnt wohl die Zeichen sein,
die müde Wand’rer laden
ins kühle Wirtshaus ein.Sind denn in diesem Hause
die Kammern all’ besetzt?
Bin matt zum Niedersinken,
bin tödlich schwer verletzt.O unbarmherz’ge Schenke,
doch weisest du mich ab?
Nun weiter denn, nur weiter,
mein treuer Wanderstab!

22. Mut!

Fliegt der Schnee mir ins Gesicht,
schüttl’ ich ihn herunter.
Wenn mein Herz im Busen spricht,
sing’ ich hell und munter.Höre nicht, was es mir sagt,
habe keine Ohren;
fühle nicht, was es mir klagt,
Klagen ist für Toren.Lustig in die Welt hinein
gegen Wind und Wetter!
Will kein Gott auf Erden sein,
sind wir selber Götter!

23. Die Nebensonnen

Drei Sonnen sah ich am Himmel steh’n,
hab’ lang und fest sie angeseh’n;
und sie auch standen da so stier,
als könnten sie nicht weg von mir.
Ach, meine Sonnen seid ihr nicht!Schaut Andren doch ins Angesicht!
Ja, neulich hatt’ ich auch wohl drei;
nun sind hinab die besten zwei.
Ging nur die dritt’ erst hinterdrein!
Im Dunkeln wird mir wohler sein.

24. Der Leiermann

Drüben hinterm Dorfe
steht ein Leiermann
und mit starren Fingern
dreht er, was er kann.Barfuß auf dem Eise
wankt er hin und her
und sein kleiner Teller
bleibt ihm immer leer.Keiner mag ihn hören,
keiner sieht ihn an,
und die Hunde knurren
um den alten Mann.Und er läßt es gehen
alles, wie es will,
dreht und seine Leier
steht ihm nimmer still.Wunderlicher Alter,
soll ich mit dir geh’n?
Willst zu meinen Liedern
deine Leier dreh’n?